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Neurootologie
Schwindel, Benommenheit und Gleichgewichtsstörungen sind häufige Beschwerden bei Patienten allen Alters, jedoch speziell bei älteren Leuten: 5 10% aller Patienten in der Hausarztpraxis und 10 20% aller Patienten in neurologischen oder otorhinologischen Praxen klagen über Schwindelbeschwerden.
Das klinische Spektrum von Schwindelbeschwerden ist breit: es reicht von vestibulärem Drehschwindel über präsynkopale Benommenheit bis zum phobischem Attackenschwindel.
Dementsprechend variieren auch die therapeutischen Massnahmen; sie beinhalten medikamentöse Therapie, Physiotherapie und Chirurgie.
Häufig entsteht Schwindel durch ein Missverhältnis zwischen dem vestibulären, visuellen und somatosensorischen Systemen, die normalerweise das Gleichgewicht kontrollieren.
Die Symptome von Schwindel sind bekannterweise Übelkeit oder sogar Erbrechen, aber auch das Auftreten eines sogenannten Nystagmus (unwillkürlich schnell aufeinanderfolgenden Zuckungen der Augenäpfel).
Wir unterscheiden zwischen gerichtetem (Drehschwindel, Schwankschwindel) und ungerichtetem (Schwarzwerden vor Augen, Benommenheit) Schwindel, chronischem und Attackenschwindel.
Häufig ist Schwindel von anderen otologischen (Gehörverminderung, Tinnitus) oder neurologischen (Doppelbilder, Gefühlsstörungen, Kopfschmerzen, Paresen) Symptomen begleitet.
Etwa 50% aller Schwindel-Syndrome in der neurootologischen Praxis leiden an folgenden Entitäten:
Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel
Neuronitis vestibularis
M. Meniére
Basilaris Migräne
Phobischer Attackenschwindel
Zentral vestibuläre Störungen
Um die Diagnose zu stellen muss neben einer genauen Erhebung der Anamnese auch eine gründlich neuroophthalmologische und neurootologische Untersuchung erfolgen. Zur kompletten Abklärung gehören jedoch auch apparative Untersuchungen wie die Nystagmographie unter statischen und dynamischen Bedingungen sowie unter kalorischer Reizung, Gehörabklärung, Blutuntersuchungen und gelegentlich auch bildgebende Verfahren bei Vd. a. zentrale oder vaskuläre Schwindelursachen.
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