Abklärung und Therapie des Schnarchens

I. Fakten

  • Jeder vierte Erwachsene schnarcht.
  • Männer scharchen häufiger als Frauen.
  • Mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit des Schnarchens.


II. Faktoren, die das Schnarchen beeinflussen

Schnarchgeräusche entstehen durch Gewebsvibrationen im Rachenbereich, wobei der weiche Gaumen mit dem Halszäpfchen eine entscheidende Rolle spielt.

Vibrationen werden begünstigt durch eine behinderte Nasenatmung, Übergewicht, Alkohol, sowie Medikamente, z. Bsp. Beruhigungsmittel und Schlaftabletten.


III. Schnarchen als Hinweis für Krankheiten

Schnarchen kann gesundheitlich unschädlich sein. Allerdings leiden schnarchende Personen häufiger an hohem Blutdruck und Herzkrankheiten. Durch erhöhten Widerstand in den oberen Luftwegen kann es nicht nur zum Schnarchgeräusch, sondern bei vollständiger Verlegung, zu einem obstuktiven Schlafapnoesyndrom und entsprechenden Folgeerkrankungen kommen.


IV. Massnahmen gegen das Schnarchen

Ursachen, die das Schnarchen beeinflussen, wie z.B. eine behinderte Nasenatmung, sollten behandelt werden. Es ist wichtig, dass der Patient auf sein Idealgewicht achtet. Dies bedeutet evtl. vermehrte sportliche Betätigung, weniger Alkoholgenuss vor dem Schlafen und eine Änderung des Menuplans. Es sind zahlreiche mechanische Hilfsmittel gegen das Schnarchen, die sich allerdings nur bedingt in der Praxis bewährt haben. (Stellungsregulatoren für Zunge und Zähne, Nasenplaster, usw.)

Eine weitere Massnahme gegen das Schnarchen, die aber nicht von allen Patienten toleriert wird, ist die kontinuierliche Überdruckbeatmung mittels einer Maske (CPAP-Beatmung).


V. Abklärung bei Schnarchern

In der Regel wird der Patient von seinem Hausarzt an einen Hals-, Nasen-, Ohrenarzt überwiesen, der die oberen Luftwege untersucht und allenfalls zusätzliche Untersuchungen, wie Endoskopien, Röntgenabklärungen, nächtliche Sauerstoffmessung oder eine Schlaflaboruntersuchung anordnet. Aufgrund dieser Befunde kann festgestellt werden, ob ein chirurgischer Eingriff sinnvoll ist.


VI. Ambulante chirurgische Behandlungsmöglichkeiten

1. Die Laserbehandlung (LAUP = laser assisted uvulopalatoplasty)

Ziel der Behandlung:

Verhinderung von Vibrationen des weichen Gaumens und des Halszäpfchens. Durch Entfernen von überschüssigem Gewebe mit dem Laser kommt es zu einer Vernarbung und damit Versteifung der Weichteile in diesem Gebiet.

Durchführung der Behandlung:

Diese erfolgt ambulant und in örtlicher Betäubung. Mit einem Spray und Injektionen wird der weiche Gaumen anästhesiert. Dann wird mit dem Laser ein Teil des Halszäpfchens und des weichen Gaumens entfernt und neu geformt. Dieser Eingriff dauert 30 – 45 Minuten. Anschliessend geht der Patient nach Hause. Sollten weitere Behandlungen notwendig sein, können diese nach 6 – 8 Wochen erneut durchgeführt werden. Auch nach Jahren, sofern die Schnarchgeräusche wieder auftreten, ist eine weitere Behandlung möglich.

Postoperativer Verlauf:

Nach der Operation kommt es zu Schluckschmerzen, die zum Teil stark sein können. Nach ungefähr einer Woche klingen diese wieder ab. Die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit nach diesem Eingriff beträgt 3 Tage.

Der Operationserfolg kann nach 4 – 6 Wochen beurteilt werden.

2. Radiofrequenz – Therapie

Ziel der Behandlung:

Mittels einer Sonde wird Radiofrequenzenergie im weichen Gaumen temperaturgesteuert abgegeben. Es kommt dadurch zu einer Wunde innerhalb des weichen Gaumens, die anschliessend vernarbt und zu einer Stabilisierung des Gewebes führt. Dadurch werden die Vibrationen des weichen Gaumens und damit auch die Schnarchgeräusche reduziert.

Durchführung der Behandlung:

Die Behandlung erfolgt ebenfalls ambulant in örtlicher Betäubung.

Die Radiofrequenz wird unter der Schleimhaut des weichen Gaumens abgegeben. Durch eine speziell technisch hochentwickelte Sonde wird soviel Energie appliziert, dass eine kalkulierbare Vernarbung und Gewebeschrumpfung erfolgt.

Postoperativer Verlauf:

Nach dieser Behandlung kann es zu einer Schwellung und zu einem Unbehaglichkeitsgefühl, im Bereiche des weichen Gaumens kommen die 2 – 3 Tage dauern kann. Selten kommt es zu stärkeren Schmerzzuständen. Die Behandlung kann bei ungenügendem Erfolg nach 6 – 8 Wochen wiederholt werden.

Wichtig! Bei allen operativen Methoden gegen das Schnarchen können die Schnarchgeräusche nach dem Eingriff während 2 – 3 Wochen verstärkt auftreten.


VII. Welche Methode ist für mich geeignet?

Die Untersuchung durch den Hals-, Nasen-, Ohrenarzt zusammen mit den Angaben des Patienten über seine Beschwerden erlauben die Beurteilung einer geeigneten Operationsmethode.

In den allermeisten Fällen kann aber entweder die Laser- oder die Radiofrequenztherapie angewandt werden.

Dr. med. Peter Herrmann

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